Auf diesen Seiten findet ihr Schaltpläne, die mit einer Spannung von 230 und 400 Volt und einer Stromstärke von mehr 16 Ampere arbeiten. Dazu heißt es im § 6 der UVV: „An unter Spannung stehenden aktiven Teilen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel darf, abgesehen von den Festlegungen in § 8, nicht gearbeitet werden“. Die Unfallverhütungsvorschrift für "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" muss zwingend eingehalten werden. 

 Grundsätzlich sollten nur Elektrofachkräfte an elektrischen Anlagen arbeiten. Ein Laie ist in den seltensten Fällen in der Lage Gefahren zu erkennen und zu beurteilen. Deshalb sollten Laien nicht mit Spannungen die über 12 hinausgehen und nicht aus einem gesichertem Labornetzteil arbeiten. 

 Aus der UVV --> Zu § 2 Abs. 3:
Die fachliche Qualifikation als Elektrofachkraft wird im Regelfall durch den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung, z.B. als Elektroingenieur, Elektrotechniker, Elektromeister, Elektrogeselle, nachgewiesen. Sie kann auch durch eine mehrjährige Tätigkeit mit Ausbildung in Theorie und Praxis nach Überprüfung durch eine Elektrofachkraft nachgewiesen werden. Der Nachweis ist zu dokumentieren.

 

Gefahren

Direktes Berühren

Direktes Berühren bedeutet, dass der menschliche Körper Kontakt mit aktiv unterv Spannung stehenden Teilen bekommt. 

Indirektes Berühren

Indirektes Berühren kommt dann zu stande, wenn durch einen Fehler Spannung an Teile gelangt, die im normalen Betrieb nicht unter Spannung stehen. 

Fehlerarten

  1. Körperschluss
    1. Ist die leitfähige Verbindung zwischen Körper (Gehäuse) und aktiven Teilen elektrischer Betriebsmittel. 
  2. Kurzschluss
    1. Ist die direkte leitfähige Verbindung zwischen betriebsmäßig unter Spannung stehenden Teilen. Im Fehlerstromkreis befindet sich kein Nutzwiderstand.
  3. Leiterschluss
    1. Ein Leiterschluss ist eine Verbindung zwischen aktiven Leitern, wenn im Fehlerstromkreis ein Nutzwiderstand liegt. Anders als beim Kurzschluss wird hier der Fehlerstrom durch den Nutzwiderstand begrenzt. 
  4. Erdschluss
    1. Ein Erdschluss entsteht wenn eine Verbindung zwischen aktiven Leitern und der Erde entsteht. 
  5. Vollkommene und unvollkommene Schlüsse
    1. Bei einem vollkommenen Körper-, Kurz-, oder Erdschluss ist der Widerstand im Fehlerstromkreis = 0 Ohm. In der Regel kommt es zum sofortigen Ansprechen von Schutzeinrichtungen wie Sicherungen oder RCDs.

Wirkungen des elektrischen Stoms

  1. Wärmewirkung
    1. Beim durchfließen eines Leiters erzeugt Strom Wärme. Je größer der Strom desto mehr Wärme wird erzeugt. Zum Beispiel beim Durchlauferhitzer oder einem Elektroherd oder auch einer Glühbirne.  
  2. Leuchtwirkung
    1. Die Leuchtwirkung siehe man bei der Lampe
  3. Magnetische Wirkung
    1. Um einen stromdurchflossenen Leiter entsteht ein Magnetfeld. Zum Beispiel bei einem Elektromotor oder einem Elektromagnet 
  4. Chemische Wirkung
    1. Die Chemische Wirkung nennt man Elektrolyse. 
  5. Auf Lebewesen hat Strom eine besonders gefährliche Wirkung. Bei einem umgangssprachlich so genannten Stromschlag also einer Körperdurchströmung von Strom, kann es
    1. durch die Wärmewirkung zu schweren äußerlichen und innerlich Verbrennungen kommen
    2. durch die chemische Wirkung kann es zur Bildung toxischer (giftiger) Stoffe im Körper kommen
    3. durch den Stromfluss kann es zu Muskelkrämpfen kommen und ein loslassen der Stromquelle verhindern
    4. durch den Stromfluss kann es im schlimmsten Fall zu Herzrythmus stören, Herzstillstand und Atemstillstand kommen

 

Sicherer Umgang 

Die fünf Sicherheitsregeln

  1. Freischalten
  2. Gegen Wiedereinschalten sichern
  3. Spannungsfreiheit
  4. feststellenAbdecken und Abschranken
  5. Erden und Kurzschließen

Beim Arbeiten an elektrischen Anlagen sind iese 5 Sicherheitsregeln zu beachten. Diese sind in achfolgender Reihenfolge auszuführen und nach Beenden der Arbeiten in umgekehrter Reihenfolge wieder rückgängig zu machen.

  1. Freischalten
    1. Als Freischalten bezeichnet man das Trennen einer elektrischen Anlage von der Betriebsspannung. Dies kann zum Beispiel durch abschalten des LS-Schalters, des Hauptschalters oder entfernen der Sicherungen passieren.
  2. Gegen Wiedereinschalten sichern
    1. Nach dem Freischalten muss sichergestellt sein, dass während der Arbeiten die elektrische Anlage nicht fälschlicherweise wieder eingeschaltet wird. Bei Hauptschaltern gibt es teilweise die Möglichkeit ein Schloss einzuhängen, Sicherungen können mitgenommen werden, mindestens aber ist ein Schild aufzuhängen „Nicht schalten – es wird gearbeitet“. Auf diesem sollte auch ein Ansprechpartner und Ort der Arbeiten vermerkt sein.
  3. Spannungsfreiheit feststellen
    1. Nachdem freigeschaltet und gegen wiedereinschalten gesichert wurde muss festgestellt werden, dass auch wirklich keine Spannung mehr an der Arbeitsstelle anliegt. Hierzu ist mit einem zweipoligen Spannungsprüfer die Spannungsfreiheit zu messen. Es reicht nicht aus einen einpoligen Phasenprüfer zu verwenden oder zu testen ob das Licht nicht mehr an geht. Es ist immer mit einem zweipoligen Spannungsprüfer zu messen.
  4. Erden und Kurzschließen
    1. Dieser Schritt ist in Niederspannungsanlagen nicht erforderlich. Im Mittel- oder Hochspannungsbereich jedoch unbedingt durchzuführen. Beim Erden und Kurzschließen werden die Leiter der Anlage mit Erdungspunkten verbunden und untereinander kurzgeschlossen. 
  5. Abdecken und Abschranken
    1. Wird an einer Anlage gearbeitet, dann sind benachbarte Anlagenteile die noch Spannung führen zu sichern. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Anlagenteile können mit isolierenden Matten abgedeckt / abgehängt werden, mit Ketten können Absperrungen für einen Sicherheitsabstand angebracht werden. Im Bereich der Niederspannung kann dieser Schritt entfallen, mit Ausnahme dem Arbeiten unter Spannung.
 

 

Die sicheren 5


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