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Theater Workshop, Ziel:

Eine Szene selbst entwickeln und in Dialogform aufschreiben

Wozu Theater im Jugend-/ Teenykreis spielen?

  • es ist ein kreatives Element (i.U. zur frontalen Lehre, Gruppenarbeit mit Gespräch...)
  • manche haben dazu Zugang und können sich über die Rollen der Spieler identifizieren
  • es spricht auf einer emotionalen, seelischen Ebene an (i.U. zu rein kognitivem Zugang)

Zu welchem Zweck sind Theaterszenen dienlich? Welche Funktion können sie haben?

  • zum Verdeutlichen (z.B. biblische Geschichten, die gespielt werden)
  • zum Aufrütteln (aus einer Lethargie, Gleichgültigkeit; z.B., indem geistliche und damit einher gehende soziale Not vor Augen geführt wird: Lebensbild v. Friedrich von Bodelschwing oder Oberlin)
  • um auf etwas aufmerksam zu machen (eine Wahrheit, die mir so nicht klar war; z.B. dass ein Mensch in Sünden ´gebunden´ ist)
  • zum Vertiefen (z.B. durch Nachspielen, sich in eine Rolle/ Person einfühlen, bes. bei Kindern gut geeignet; für Erwachsene: Bibliodrama)
  • um auf eine nachfolgende Verkündigung hinzuführen (Einstiegsszene), darauf vorzubereiten.

Wo sind Grenzen des Theaterspielens:

  • wenn ich mich selbst darstellen will – und die Botschaft in den Hintergrund rückt.
  • wenn man Menschen manipulieren möchte, in eine (gedankliche) Richtung drängen will.
  • sich fragen: muss ich es wirklich darstellen, sichtbar machen (eine Vergewaltigung, Entblößung, Gewalt (Blut fließen)) oder reichen verbale Andeutungen, etc...; Vorsicht: es gibt auch verbale Grenzüberschreitungen!

Szene zu einem (aktuellen) (Alltags)thema

Anknüpfungspunkt ist der Mensch mit seinen Fragen, Wünschen, Bedürfnissen, Hoffnungen, Nöten und Ängsten. Ist geeignet, um zu einem Thema hinzuführen, es anzureißen, das Herz der Menschen für die anschließende Verkündigung zu öffnen.

Beispiele:

Fragen: Warum lässt Gott das zu? - Leid
Wer bin ich? Wozu lebe ich? – Lebenssinn/ Selbstwert
(Wie) Kann ich mit Gott reden? - Gebet
Ängste: Tod – was dann? (Reinkarnation, Ende, Auferstehung?) – Ewiges Leben
Kriege (Zeitungsnachrichten, Fernsehbilder)
Wirtschaftliche Lage (Zukunftsangst) - Arbeitslosigkeit
Wünsche: „ Echtes, erfülltes Leben", Sinn im Leben
Sicherheiten... Familie Beziehung usw.
Nöte: Süchte: Alkohol, Rauchen, sog. „harte Drogen", Tabletten, Computer/ Internet;
Pornografie;

WICHTIG: prüfen:

  • soll die Szene schon eine Lösung haben?
  • soll sie Fragen aufwerfen? Dann KEINE Lösung anbieten, sondern nur das Problem deutlich werden lassen!
  • sollen mehrere Alternativen aufgezeigt werden?
  • Alltagssprache, Dialekt möglich!

Beispielthema: Komm, pack´s an!

  1. Aufgabe: Erstelle eine Szene vom Umfang von höchstens 1 Din A 4 Seite zu obigem Thema.
  2. Für sich das Thema/ das Themengebiet klären und abstecken.
Dazu sind W- Fragen sehr hilfreich! MÖGLICHE Fragen:
  • Wann packe ich gern eine Sache an, wann nicht?
  • Was hindert mich, Dinge anzupacken?
  • Was könnte man, wenn man zurück in den Jugend/Teenykreis geht, konkret anpacken?
  • Wozu? Was hätte das für Folgen, wenn ich es anpackte/ wenn ich es sein ließe?
  • Wer soll etwas anpacken? Ich selbst, andere?
  • Warum möchte/ soll/ kann/ muss ich es überhaupt anpacken? Wer hilft mir dabei?
  • Wie könnte/ möchte man es anpacken? Methoden, Wege...
  • Wann soll es angepackt werden?
  • Was hat Jesus/ Gott damit zu tun? Welche Rolle spielt er dabei?

Sich überlegen, welche(n) der vielen Punkte ich herausgreifen will/ soll:

  • gibt es weitere Hinweise über die Einbindung, z.B. über den Anlass, für den die Szene sein soll, über weitere Leitgedanken? (Predigttext, Sonntag im Kirchenjahr, Wochenspruch, Themenreihe (z.B. 4 Gottesdienste zum Thema „Gebet"), Taufe, Konfirmation, Mitgliedsaufnahme, evangelistische Zielrichtung des Jugendgottesdienstes, biblische Geschichte, die noch folgt (Daniel...);
  • Die Frage: auf welchen Gedanken soll es genau hinführen? Was soll das Herz treffen?

theater-fuer-jesus-workshop-schreiben

  • Wie lässt sich das in einer konkreten SITUATION darstellen?
  • Welche Personen/ Charaktere wähle ich aus?
  • Welche konkrete Handlung VERDEUTLICHT den Sachverhalt?
  • Wo gibt es einen Reibungspunkt, ein Problem, an dem sich ein Konflikt entzündet? (Das bringt Spannung!) Wo ist „Zunder"?

Außerdem:

Fällt mir ein Erlebnis aus der Kirchen-/ Missionsgeschichte ein, von anderen, die hierzu etwas erlebt haben? Lässt sich das in 5 Minuten darstellen?
Immer wieder reflektieren:
Ist es schlüssig?
Hat es einen roten Faden?
Hat es einen Höhepunkt?
Wie ist meine Hinführung zum Höhepunkt: Bin ich zu schnell beim Höhepunkt, baut es sich langsam auf, wie kann ich etwas steigern?
Wie ist meine Sprache? (konzeptionell mündlich!)
Was kann ich darstellen, was muss ich sagen? (Regel: was ich darstellen kann, stelle ich dar und sage es nicht!!!)
Hat es ein Ziel? Trifft´s das?

Wie schreibe ich es auf?

Es gibt unterschiedliche Typen: die einen brauchen nur eine Idee, einen Anhaltspunkt, worum es gehen soll, dann erfinden sie selbst den Text;
Die anderen brauchen ein Skript. Sie spielen gern Theater, aber nur, wenn sie nicht spontan etwas erfinden müssen, sondern sich hinter einer Rolle verstecken können. Oft sind sehr introvertierte Typen sehr gute Schauspieler, was aber keiner merkt, da sie sich nicht leicht trauen. Um solche Teilnehmer zu fördern, hilft ihnen ein Skript. Dazu ein paar Hilfen, die die Übersicht erleichtern:

  • Eindeutige Formatierungen verwenden, damit es möglichst übersichtlich ist, zum Beispiel:
  • kursiv: Bühnenbild und Requisiten (ohne Klammern) Rechts stehen ein Tisch und ein
  • Stuhl; links lehnt ein Feuerhaken an der Wand.
  • Gestik (hebt langsam den Kopf)
  • Mimik (zwinkert Billy aufmunternd zu)
  • Gänge und Handlungen der Personen (geht zum Fenster, schiebt den Vorhang zur Seite, betrachtet die Landschaft; dreht sich plötzlich abrupt um)
  • Sprache (flüsternd; mit einem drohenden Unterton)
  • Anweisungen für die Ton- und Lichttechniker (es wird dunkel; fahles Mondlicht scheint ins Zimmer; im Hintergrund hört man das Rauschen der Bäume; ein Zug fährt vorbei)
  • Anweisungen für Special effects (die Tür öffnet sich wie von Geisterhand bewegt, Rauchschwaden ziehen ins Zimmer);
  • Kapitälchen/ Großbuchstaben: die Personen (immer ausgeschrieben!):
  • HEINER: oder Heiner:
  • normal: was die Personen sagen (Anführungszeichen nicht nötig; wenn: dann konsequent!)

Wichtig ist, dass es übersichtlich ist, so dass jeder Schauspieler seinen Text gut lesen, gut wiederfinden kann.

Und nun gilt es einfach mal anzufangen und zu schreiben.....

 

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