Hauptmenü

Das DISZIPLIN Wort kommt aus dem Lateinischen (disciplina) und bedeutet ursprünglich Schule, Lehre, Bildung, Erziehung, Zucht. Wenn wir heute von guter oder mangelnder Disziplin sprechen, meinen wir das gute oder schlechte Verhalten in einer Gruppe. Wenn es zum Beispiel in der Gruppe zu unruhig ist und wir das Gefühl haben, uns gerät alles aus dem Ruder und die Kinder machen das Programm, dann sprechen wir von einem Disziplinproblem.

Diese Seite enthält eine kleine Sammlung von Tipps die bei Problemen mit der Disziplin helfen können. Sucht euch das raus was für euch und eure Gruppe passt, versucht eine kleine Sache zu ändern und nicht euer ganzen Konzept und dann wieder eine kleine Sache so werdet ihr mit der Zeit zum Erfolg kommen.
Was versteht die Bibel unter „Disziplin"?

In der Bibel finden wir sowohl im Hebräischen, als auch im Griechischen ein Wort, dass das beschreibt, was wir heute unter Disziplin verstehen:
»jasar« (hebr.): erziehen, züchtigen, mit dem Ziel: Einfügung in Gottes Willen und Ordnung
»paideuo« (griech.): verschiedene Bedeutungsnuancen → anleiten, unterweisen (Pflege), zurechtweisen, ermahnen (logisches Erklären)
Gott lädt uns ein, Ordnung und Disziplin zu entwickeln und weiterzugeben, damit unser Leben bedeutungsvoll, nützlich und erfüllend wird. Denn Gott weiß, dass wir das brauchen. Wobei Disziplin immer Kontext eines liebenden und Gnädigen Gotte steht und nie mit einem sinnlosen oder gewalttätigen bestrafen ;-).

Probleme:

Wenn es Disziplinschwierigkeiten in der Gruppe gibt, sollten die ersten Fragen immer sein: "Was kann ich tun", sehr viele Disziplinproblem kommen vom Leiter und nicht unbedingt von den Kindern.

  • Was habe ich falsch gemacht?
  • Wo habe ich mich falsch verhalten?
  • Was können wir Mitarbeiter falsch machen, das dann bei den Kindern zu Disziplinschwierigkeiten führt?

Mögliche Probleme des Leiter können sein:

Eigene Einstellung:

  • Warum mache ich Kinderarbeit? Was sind meine wirklichen Motive? Wie sieht es mit dem Gebet für die Kinder aus?
  • Mangelnde Selbstdisziplin: Wo Disziplin in deinen Leben keine Rolle spielt, brauchst du nicht zu erwarten, dass du sie von Kindern fordern kannst!
  • Auch wenn das Wort „Disziplin" für uns meist einen negativen Beigeschmack hat, ist sie doch auch in unserem Leben notwendig, um etwas zu erreichen. Wenn du zum Beispiel versetzungsgefährdet bist, wirst du dich mit Sicherheit anstrengen, um die Klasse doch noch zu schaffen. Dazu brauchst du Selbstdisziplin. Wir sollten lernen, Disziplin als unverzichtbares Hilfsmittel zu sehen, das unser Leben und das Erreichen von Zielen überhaupt erst möglich macht.
  • Unpünktlichkeit: Kinder sind schon lange im Raum, ich muss erst ankommen, dann meine Sachen hinrichten, gerate unter Zeitdruck, die Kinder schauen mir zu, halten mich auf
  • Pünktlich sein heißt nicht, dann da zu sein, wenn die Kinderstunde anfängt. Sondern „pünktlich sein" heißt, schon 15-30 Minuten vorher da zu sein, um letzte Vorbereitungen zu treffen und (als Team) beten zu können.
  • Autorität/Persönlichkeit: Lehrer strahlen enorm viel durch ihre Haltung und ihr Auftreten aus
  • Haltung ist wichtig: Hinstellen, Sicherheit ausstrahlen, sich bewusst machen „ich habe die Leitung"
  • Schlechte Vorbereitung: löst Unsicherheit aus
  • Unklare Anweisungen: Spaß und Getobe sind wichtig, haben aber ihre Grenzen; die Kinder müssen wissen, wo es lang geht, d.h. auch Spiele müssen beispielsweise gut erklärt sein
  • Angedrohte Konsequenzen werden nicht eingehalten: was angekündigt wird, auch einhalten
  • vorher überlegen, was ich für Regeln machen will (müssen auch realistisch sein)
  • Grenzen klar setzen und einhalten (konsequent sein)
  • am besten zusammen mit den Kindern erarbeiten und schriftlich fixieren

Mögliche Problem der Kinder können sein:

  • Familiensituation
    • Die Familiensituation ist ein Faktor, der das Verhalten von Kindern prägt.
  • Disziplinprobleme entstehen oft durch:
    • falsche Erziehung (z.B. Kinder dürfen zu Hause alles tun)
    • Vernachlässigung (z.B. Eltern haben keine Zeit für ihre Kinder)
    • Problemfälle wie: Scheidung der Eltern oder ein Todesfall
    • auch Streit in der Familie wirkt sich auf die Disziplin in der Gruppenstunde aus
  • Durch die Schulsituation
    • sie haben eine schlechte Note bekommen
    • sie kommen gerade in einem oder mehr Fächern mit dem Stoff nicht mit
    • sie haben Stress mit einem Lehrer
    • sie haben sich mit einem Freund gestritten
    • sie wurden in der Schule gehänselt
  • Alter und Größe der Gruppe
    • je größer die Gruppe, desto eher gibt es Disziplinprobleme
    • wenn die Kinder etwas älter werden, neigen sie dazu, eher die Grenzen der Mitarbeiter auszureizen um zu sehen, wie weit sie gehen können
    • Jungen und Mädchen „sorgen" je nach Alter unterschiedlich für Störungen
    • Rollenverhalten (Clown, Chef, Alpha Tiere usw In jeder Gruppe gibt es verschiedene Rollen (Clown, Schüchterne, Angeber, Erzähler,...). Dies hat auch auf das Verhalten in der Gruppe und damit auf die Disziplin einen Einfluss. Dadurch stehen manche Kinder automatisch im Mittelpunkt, während andere in der Gruppe eher unter gehen oder sogar öfters von den anderen geärgert werden.
  • Krankheit
    • In der heutigen Zeit gibt es Krankheiten, die Verhaltensstörungen als Symptom haben.
    • Zwei häufig auftretende sollen hier kurz genannt werden.
      • ADHS – Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung
        • Überaktivität: Ruhelosigkeit, z.B. fortwährendes Reden und Lärmen, wenn Stille gefordert ist
        • Aufmerksamkeitsstörung, z.B. häufiger abrupter Wechsel von einer zur anderen Aktivität, so dass der Eindruck von Ziellosigkeit und raschem Interessenverlust entsteht, geringe Ausdauer
        • Impulsivität, z.B. Kinder können nicht abwarten, bis sie an der Reihe sind
        • Lernstörungen werden oft als lästig empfunden und bekommen daher viel Kritik und zu wenig Lob
      • SSV – Störungen des Sozialverhaltens
        • andauernde Unfähigkeit des Kindes sich in der Gruppe angemessen zu verhalten
        • Trotz und Widerstand gegenüber Autoritätspersonen
        • Permanent störende Kinder sind unbeliebt und finden nur schwer Freunde
        • Passt auf, dass ihr nicht jedes Kind, das Symptome aufweist, sofort für krank erklärt. Es können auch andere Ursachen für sein Fehlverhalten vorliegen. Dennoch ist es wichtig, über die Krankheiten Bescheid zu wissen.
        • Falls ihr Kinder mit solchen Krankheiten in eurer Gruppe habt, wäre es gut, wenn ihr euch über diese Krankheiten und den Umgang mit solchen Kindern noch näher informiert.
  • Religion
    • Auch Kinder aus anderen Religionen können für Konflikte in der Gruppe sorgen, besonders wenn Dinge der Lehrmeinung ihrer Religion widersprechen
    • Sprache: Wenn Kinder aus anderen Ländern und Kulturen in unsere Kreise kommen müssen sie mit neuem Verhalten, aber auch mit der neuen Sprache zurechtkommen und das ist eine Herausforderung sowohl für die Kinder als auch für die Mitarbeiter.
  • Programm
    • Oft kann es auch sein, dass ein schlecht geplantes oder schlecht durchgeführtes Programm die Ursache für Disziplinmangel ist. Hier sollen einige Fragen beim Nachdenken helfen.
    • Altersgemäß
    • Ist das Programm altersgemäß?
    • Verstehen sie die Geschichten?
    • Finden sich die Kinder in der Geschichte und im Programm wieder?
    • Spricht das Programm auch in ihren Alltag?
    • In welchem Verhältnis steht die Geschichte zu den Liedern, dem Kreativteil und den Spielen?
    • In welcher Reihenfolge mache ich die Programmpunkte? Z.B. sollte nach einem Actionspiel nicht gleich die Geschichte folgen, sondern die Kinder müssen erst wieder zur Ruhe gebracht werden
    • Macht einer vom Mitarbeiterteam die ganze Jungschar, oder sind die Aufgaben gut verteilt?
    • Abwechslung/Gestaltung (Einsatz von Medien)
    • Welche und wie viele Elemente kommen in meiner Stunde vor? (nur Geschichte und Spiele oder auch Singen, Basteln, Kleingruppen....)
    • Werden verschiedene Methoden bei der Geschichte verwendet? (Erzählen, Theater,...)
    • Welche Medien kommen zum Einsatz? (Bilder, Flanelltafel, Tageslichtschreiber, Film)
    • Ist die Reihenfolge jedesmal die gleiche oder variiert sie zumindest leicht?
    • Wie oft im Jahr gibt es einen Höhepunkt, ein besonderes Ereignis?
    • Es kann, aber muss nicht immer die große Methodenvielfalt sein. Manche Leiter kommen auch mit weniger Methoden aus. Das ist dann der Fall, wenn sie ihre Form gefunden haben, mit der sie Kinder ansprechen können. Z.B. ein guter Erzähler benötigt nicht so viel Abwechslung an Methoden bei der Andacht. Seine fesselnde Art zu erzählen und im Geiste Bilder vor den Augen der Kinder zu malen ist die Methode, die immer wieder fasziniert.

Raum:

Ordnung überträgt sich auf die Kinder

  • alles, was Aufmerksamkeit stiehlt, wegräumen
  • genügend Platz ist wichtig
  • gemütliche Atmosphäre: heller, freundlicher Raum
  • im Winter: heizen (wenn der Raum kalt ist, wird darüber die ganze Stunde geredet)
  • Sitzordnung:
    • passende, gemütliche Stühle
    • jedes Kind soll einen Sitzplatz haben
    • Blickkontakt zu jedem Kind sollte möglich sein (alle Kinder sollten Mitarbeiter sehen können)
    • Mitarbeiter sollten auseinander sitzen
    • Gegenlicht für die Gruppe vermeiden
    • nicht zum Fenster hin (Störungen von außen möglich), nicht zur Tür hin (jeder „Zuspätkommer" erhält die volle Aufmerksamkeit)
  • Termin:
    • Schlecht: montags (Kinder sind noch mit Wochenende beschäftigt) und freitags (Kinder denken schon ans Wochenende)
    • Gut: mittwochs
    • Je später am Tag, desto unkonzentrierter sind die Kinder

Tipps, um Kinder zu gewinnen und disziplinierteres Verhalten zu erreichen

  1. Kinder persönlich begrüßen
  2. sie mit Liebe beschenken (Liebe „verschwenden")
  3. aufrichtig und ausreichend loben
  4. Augenkontakt suchen
  5. nicht schreien
  6. nicht handgreiflich werden
  7. nicht auf einzelne Störer eingehen (der Rest hört zu)
  8. negatives Verhalten nicht persönlich nehmen
  9. in Liebe Grenzen zeigen
  10. alle Kinder gleich behandeln
  11. konsequent sein (Was angekündigt wird, auch durchziehen)
  12. Störer nicht vor der Gruppe bloßstellen
  13. gemeinsam Regeln (so wenige wie nötig) aufstellen, an die sich alle zu halten haben
  14. Disziplin erwarten und selber diszipliniert sein
  15. pünktlich (mindestens 15 Minuten vorher) und gut vorbereitet sein
  16. äußere Umstände beachten (Raum, Sitzordnung, Termin)
  17. Programm gut planen und immer wieder das Programm überdenken
Kurzzusammenfassung "Disziplin(Probleme)" für eure Mitarbeiter und Leiter

Mögliche Probleme können sein:

  • eigene Einstellung
  • mangelnde Selbstdisziplin
  • Unpünktlichkeit
  • Autorität/Persönlichkeit
  • schlechte Vorbereitung
  • unklare Anweisungen
  • angedrohte Konsequenzen werden nicht eingehalten
  • Team
  • Kinder
  • Familiensituation
  • aktuelle Schulsituation
  • Alter der Kinder und Größe der Gruppe
  • Rollenverhalten
  • Krankheiten
  • andere Religionszugehörigkeit
  • Sprachprobleme (vor allem bei Ausländern)
  • Programm
    • Altersgemäß?
    • Aufteilung?
    • Abwechslung/Gestaltung?
    • Äußere Umstände
    • Raum
    • Sitzordnung
    • Termin
Tipps bei Disziplinproblemen:
  1. Kinder persönlich begrüßen
  2. sie mit Liebe beschenken (Liebe „verschwenden")
  3. aufrichtig und ausreichend loben
  4. den Augenkontakt suchen
  5. nicht schreien
  6. nicht handgreiflich werden
  7. nicht auf einzelne Störer eingehen (der Rest hört zu)
  8. negatives Verhalten nicht persönlich nehmen
  9. in Liebe Grenzen zeigen
  10. alle Kinder gleich behandeln
  11. Konsequent sein (Was angekündigt wird, auch durchziehen)
  12. Störer nicht vor der Gruppe bloßstellen
  13. gemeinsam Regeln (so wenige wie nötig) aufstellen, an die sich alle zu halten haben
  14. Disziplin erwarten und selber diszipliniert sein
  15. Pünktlich (mindestens 15 Minuten vorher) und gut vorbereitet da sein
  16. Die äußeren Umstände beachten (Raum, Sitzordnung, Termin)
  17. Das Programm gut planen und immer wieder das Program überdenken

 

Suchen